Auf dem Weg nach Buenos Aires!

08:00h – Der Wecker klingelt. Ich schlage die Augen auf. Heute ist es soweit! Heute startet unsere große Reise! Noch etwas schlaftrunken tapse ich ins Badezimmer. Duschen – war das jetzt die letzte warme Dusche für eine lange Zeit? Anziehen. Die letzte Sachen zusammenkramen und ein letztes Frühstück auf der Terrasse genießen. Diese Aussicht! Die Sonne kommt hinter dem Teide hervor, wärmt uns mit ihren Sonnenstrahlen, die Palmen wiegen sich in einem lauen Lüftchen und das Meer glitzert verführerisch.

Zu unserem Abschied zeigt sich Teneriffa noch einmal von seiner schönsten Seite. Nach all diesen Jahren ist Teneriffa ein zu Hause für mich geworden. Ich werde diese Insel vermissen. Ich werde meine Familie vermissen, meine Freunde und meinen Alltag. Aber ich freue mich auch auf dieses Abenteuer, das nun endlich losgeht! – Kurz drauf sitzen wir auch schon im Auto Richtung Flughafen.

12:32h – Eingecheckt und Durchgecheckt! Einen letzten Blick auf diesen roten, unförmigen, 20kg schweren Sack geworfen und schon verschwinden all meine Habseligkeiten in den Tiefen der Gepäckförderbandalage am Flughafen Teneriffa Süd. Inständig hoffe ich, dass auch mein Rucksack seinen Weg durch dieses Labyrinth findet. Doch kaum denke ich darüber nach, dass ich vielleicht doch noch eine kurze Hose ins Handgepäck hätte packen sollen – also nur so für den Fall, werde ich auch schon wieder aus meinen Gedanken gerissen. Der nette Mann am Schalter wünscht uns einen tollen Urlaub und überreicht uns sechs Boardingpässe. Ich lächele. Wenn der wüsste, dass wir nur ein One Way Ticket haben.

14:20h – Abflug mit einem A330-200 von Edelweiß Richtung Zürich! Ich lehne mich zurück und genieße die Aussicht. Als nächstes wird mir von einer sehr freundlichen Stewardess ein warmes Essen gereicht. Während Manuel etwas skeptisch in seinem labbrigen Kalbsgeschnetzeltes in Sahnesoße rumstochert, erfreue ich mich an einer überraschend leckeren Reis-Gemüse-Pfanne. Ha! War es doch die richtige Entscheidung, das kulinarische Experiment zu wagen und ein vegetarisch-veganes Menü zu bestellen.

Edelweiss Air ist eine Schweizer Fluggesellschaft mit Sitz in Kloten und Basis auf dem Flughafen Zürich. Sie gehört zur Lufthansa-Tochtergesellschaft Swiss International Air Lines und ist damit im Besitz der Deutschen Lufthansa AG.

Den restlichen Flug verbringe ich in einem leichten Dämmerzustand und genieße meine Armfreiheit. Ich meine, wer kennt das nicht, da hat man schon den unliebsamen Mittelplatz und denkt, dass es mit dem Mitleid des Gang- und Fensterplatzes eigentlich soweit her sein müsste, dass sie einem wenigsten gewähren seine Arme komfortable zu platzieren, aber weit gefehlt. Während Manuel es sich immer am Fenster gemütlich macht, versuche ich durch geschicktes manövrieren meines Arms wenigstens einen Ablageplatz für meinen Ellenbogen zu finden. Kaum ist das gelungen, kommt die Stewardess, bringt ein Getränk, man greift nach oben und schwubs lehnt der nette Mann rechts von einem mit seinem ganzen Körpergewicht auf der Armlehne. Man gibt sich geschlagen, will sich der linken Armlehne zu wendet, aber nichts da, heimlich, still und leise hat Manuel die linke Armlehne okkupiert. Ok Arme, das war’s, die nächsten vier Stunden könnt ihr leider nur träge herunterhängen. Doch diesmal ist alles anders und ich kann mich entspannt zurücklehnen und einen Turbulenzen freien Flug genießen.

19:54h – In T minus 2h 46min geht unser Flug nach São Paulo. Noch sind wir hochmotiviert und stoßen mit einem Gläschen Prosecco auf unsere bevorstehende Reise an. Kurz noch das von Mama zugesteckt bekommene Flughafengeld ausgeben – Manuel: Doppelstecker, Schlafmaske, Zeitschriften und blaues Nackenkissen. Franzi steht mit großen Augen vor einem wunderschönen Schal, kommt nur eine kurze Bemerkung: „Du hast doch schon Zwei!“ Und traurig trotte ich davon. Aber Recht hat er ja, mein 55l Rucksack könnte eher weniger als mehr Gepäck vertragen. Ansonsten ist der Züricher Flughafen immer einen Besuch wert. Wobei man angezogen für einen 12h Flug sich doch etwas underdressed vorkommt.

00:43h – Kaaalt. Sooo kalt! Sitzen mittlerweile in unserem Flieger und frieren. Der Flieger ist in der Economy zu circa 90% mit Brasilianern belegt und während ich mit zwei Kissen, zwei Decken und zwei Pullovern (Danke Schatz!) versuche dem Kältetod zu entgehen, scheint der brasilianische Teil der Passagiere ein T-Shirt als völlig ausreichendes Kleidungsstück zu betrachten. Sachen gibt’s.

06:10h – Endlich in São Paulo angekommen – 11h 50min. Gefühlt 3min davon geschlafen. Müde sitze ich vorm Gate und langsam wird der Wunsch stärker doch nun endlich am Ziel zu seien. Der Swiss Flug hat leider auch nicht wirklich dazu beigetragen, sich erholt zu fühlen. Das Flugzeug war schon ein etwas älteres Modell, meine spezifische Essensbestellung wurde vergessen und 5 Grad Kabinentemperatur sind definitiv zu kalt. Aber jetzt müssen wir nur noch die letzte Etappe hinter uns bringen und dann greifen wir für die nächste Zeit auf so spannende Fortbewegungsmittel wie Nachtbus zurück. Yeahij. Manuel erkundet gerade den Flughafen, wobei auch in São Paulo die Leute um solche Uhrzeiten anscheinend noch im Bett liegen und außer einem bestens ausgestatteten Nackenkissengeschäft noch nichts auf hat.

11:12h – Juhuuu endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Noch etwas zittrig steige ich aus dem Flugzeug. Die letzten drei Flugstunden haben mir doch etwas zugesetzt. Die Reisemüdigkeit hat angefangen sehr penetrant an einem zu nagen und wir hatten den ganzen Flug über Turbulenzen. 10.000m über dem Boden möchte ich nicht durch starkes Ruckeln daran erinnert werden, dass ich auch nur in einer Maschine sitze, die jederzeit kaputt gehen kann. Die einzige Ablenkung bot das Boardentertainment. Eine hochwertige Auswahl der verschiedensten Filme stand zur Verfügung. Nach langer Grübelei habe ich mich dann für Die Schadenfreundinnen entschieden. Wäre jetzt kein Film für einen heimischen Videoabend, aber zwischen dem Hoch und Runter des Flugzeuges konnte er mir tatsächlich ein paar Lacher entlocken und hat dadurch für wenigstens ein bisschen Ablenkung gesorgt. Nach absolvierter Passkontrolle und der Abholung unserer Rucksäcke, sitzen wir nun in der großen Ankunftshalle vom Flughafen Buenos Aires-Ezeiza. Die Geldautomaten sind uns nicht gerade freundlich gesonnen, aber durch Manuel’s Hartnäckigkeit löst sich auch dieses Problem und ausgestattet mit unseren ersten argentinischen Pesos, geht’s im Taxi ab ins Hostel. Ein wenig dekadent jedoch wäre der Bus nur 2 Pesos, also etwa 20 Cent, billiger gewesen, hätte dafür aber 2h länger gebraucht.

13:12h – Endlich da! Im Zimmer! Ich liege auf dem Bett, strecke alle viere von mir und genieße es, meinem Rücken eine komplett horizontale Lage zu gönnen. Wir wurden sehr nett empfangen, haben ein süßes kleines Zimmer bekommen und auch der Rest des Hostels macht einen guten Eindruck. Das ist jetzt also unser neues zu Hause für die nächste Zeit. Jetzt wird erst einmal geduscht und ausgeruht! Ich kann es noch gar nicht fassen. Alles in allem hat unsere Reise von Haustür zu Haustür 30h gedauert und ist überraschend reibungslos verlaufen. Ein guter Start! Während ich mich frage, wie wohl unsere nächsten Tage aussehen werden, schlafe ich ein. – Bienvenida a Buenos Aires.

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Kategorien Argentinien
Franzi

über

Mit dem RFD Reiseblog kann ich meine größte Leidenschaft - das Reisen, mit meinem liebsten Hobby - dem Schreiben, verbinden. Neue Sprachen erlernen und die exotischen Küchen aller Welt testen. Ich bin nämlich auch ein kleines Leckermaul und ein gutes Essen kann einen blöden Tag retten. Mein nächstes großes Ziel: mein Tauchschein!

3 Kommentare zu “Auf dem Weg nach Buenos Aires!

  1. werden euch gedanklich begleiten. Viel Glück auf der weiteren Reise. Der Bericht hat uns gut gefallen. Kann so weitergehen. Gruß Ox2

  2. …schöne Geschichte und ich komme sogar auch drin vor

  3. cool! weiter so! :)

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