Sprachschule in Buenos Aires. Das kommt mir spanisch vor.

Freitag 13:00h – Schulschluss! Wochenende! Nach fünf Tagen haben wir es endlich geschafft und unsere erste Woche Sprachkurs erfolgreich absolviert.Montagmorgen: Der Wecker klingelt! Wieso klingelt der Wecker? Ach ja, Sprachschule. Ich blinzele und bereue in diesem Moment darauf bestanden zu haben einen Spanischkurs zu machen. Müde schlepp ich mich aus dem Bett und ruckele solange an Manuel bis auch der sich unter seiner Decke hervor quält. Überpünktlich um 08:35h treffen wir an der Schule ein. Jetzt sind wir hier – aber auch wirklich nur wir. Anvisierte Ankunft war 08:50h, aber wir wollten natürlich auf Nummer sicher gehen und sind, wie sich jetzt herausstellt, ein klein wenig zu früh los. Jetzt sitzen wir wartend im Eingangsbereich und werden von den vorbeilaufenden Lehrern angestarrt – Die Neuen!Ich versuche fieberhaft die letzten Rest meines Spanisch zusammen zu kramen und mir ein paar Sätze für die Selbstvorstellung, die definitiv gleich auf mich zukommen wird, zurechtzulegen. Leider komme ich nicht über „Hola me llamo Franzi“ hinaus. Na das fängt ja gut an. Und dann geht es auch schon los. Wurde für den intermediate Kurs eingeteilt. Ob das nicht ein wenig optimistisch war?! Zumindest sehen meine neue Klassenkameraden ganz sympathisch aus. Mit mir haben sich noch vier weitere Lernwillige eingefunden: Ein Kanadier, dessen spanische Aussprache so stark durch einen italienischen Akzent geprägt ist, dass ich so gut wie keines seiner Worte verstehe. Eine kleine, ruhige Südkoreanerin, die uns darüber aufklärt, dass sie nach westlicher Lebensalterberechnung 20 Jahre jung ist, nach südkoreanischer jedoch schon 22 Jahre auf dem Buckel hat. Aha! Wieder was gelernt! Eine nette, sehr viel redende Texanerin und ein etwas älterer Schotte, der schon seit zwei Jahren in Buenos Aires lebt und nun auch die Sprache endlich verstehen will.Unser Lehrer ist Anfang dreißig und ein typischer Argentinier. Zerzauste Haare, etwas abgetragene Klamotten und um den Unterricht überhaupt beginnen zu können, braucht er seinen Mate-Tee. Er ist sehr bemüht und der Unterricht mit ihm macht wirklich Spaß. Nachdem ich die obligatorische Vorstellungsrunde, etwas holprig aber dennoch, hinter mich gebracht habe, geht’s an die spanisch-lateinamerikanische! Grammatik. Zwischendrin wird immer wieder Konversation gemacht, um unsere Sprachfähigkeiten auszubauen. Ich verzweifele ein wenig. Statt tu ist es vos, statt [calje] ist es [casche] für Straße, die Avocado wird hier plata genannt und nicht aguacate. An welchem Punkt genau hilft es mir, dass ich schon Vorkenntnisse habe? Aber ich sehe einen Silberstreif am Horizont. Von Tag zu Tag werde ich sicherer. Und fast freu ich mich auch auf den Spanischkurs, wenn wir nur nicht so früh aufstehen müssten. Das ist tatsächlich hier noch ein größeres Problem, da man eigentlich nie vor 2 Uhr ins Bett geht. *Gähn*Einen kleinen Tiefschlag gab es dann doch noch zu verbuchen – einen Lehrerwechsel! Mittwoch und Freitag mussten wir mit einer jungen Argentinierin vorlieb nehmen, die zwar auch sehr nett ist, aber deren Art zu Unterrichten unserem kleinen Grüppchen nicht wirklich entgegen kam. Aktuell haben wir auch eine Verlustquote von über 50% zu verzeichnen. Der Kanadier wurde ein Niveau höher gestuft, der Schotte tauchte nach der ersten Stunde mit der Argentinierin nicht mehr auf und der Südkoreanerin ist es zu schwer. Mal schauen ob am Montag „Neue“ kommen und ob ich in drei Woche wirklich so weit bin, wie ich es gerne wäre. Da es aktuell in Strömen regnet, werde ich das Wochenende wohl dazu nutzen ein bisschen zu lernen.
Kategorien Argentinien
Franzi

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Mit dem RFD Reiseblog kann ich meine größte Leidenschaft - das Reisen, mit meinem liebsten Hobby - dem Schreiben, verbinden. Neue Sprachen erlernen und die exotischen Küchen aller Welt testen. Ich bin nämlich auch ein kleines Leckermaul und ein gutes Essen kann einen blöden Tag retten. Mein nächstes großes Ziel: mein Tauchschein!

2 Kommentare zu “Sprachschule in Buenos Aires. Das kommt mir spanisch vor.

  1. ..schmunzel, schmunzel. Drücken die Daumen, dass möglichst viel hängen bleibt. Der Alltag bring’s. Gruß Ox2

  2. Schön dass es euch gut geht, klingt ja alles ganz schön spannend und aufregend,vielleicht wird ja mal ein Buch daraus

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