Argentinische Weihnacht

Wir stiegen am 23.12. aus dem Flugzeug und wurden von einem in sanftes Abendrot getauchten Buenos Aires empfangen. Die Begrüßung im Hostel fiel nach unserer 3,5-wöchigen Abwesenheit umso herzlicher aus. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Und genau deswegen hatten wir uns vor mehr als einem Monat entschieden, nicht an unserem ursprünglichen Plan (einfach reisen und sehen wo es einen für die Feiertage hinverschlägt) festzuhalten, sondern zurückzukommen und im Kreise von Freunden zu feiern. Es war die richtige Entscheidung. Während man in Deutschland die Vorweihnachtszeit recht intensiv zelebriert, mussten wir dieses Jahr ohne Adventskalender, ohne Weihnachtsmarktbesuche, ohne Glühweinverkostungen, ohne festliche Stadtbeleuchtung und – ganz schrecklich – ohne Last Christmas von Wham auskommen.

Zum Glück hatte Sandra unsere Abwesenheit genutzt und für überaus weihnachtliche Stimmung im Hostel gesorgt. Dazu zählte Weihnachtsschmuck genauso wie selbstgebackene Plätzchen. Bei einem Willkommensbier wurden Geschichten der letzten Wochen ausgetauscht und die Planung für den 24. nochmals im Detail besprochen. Zwar hätten wir uns alle über einen Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen oder über Bockwurst mit Kartoffelsalat gefreut, aber wir sind in Argentinien und passen uns an. Deswegen hatte man sich für ein landestypisches Asado entschieden. Und da Weihnachten ein Fest der Gemeinschaft ist, hatte Toos ihre kreative Ader gezeigt und eine kleine Einladung für die restlichen Hostelbewohner gezeichnet.

Der Weihnachtstag selbst bestand dann aus den üblichen Vorbereitungen: voller Vorfreude aufwachen, 4kg Fleisch und Chorizo für das Weihnachts-Asado kaufen, Beilagen anrichten, den Weinvorrat auffüllen, sich hübsch machen und gegen 19 Uhr ging es dann auch schon los. Mit viel Liebe zum Detail deckten wir den großen Gemeinschaftstisch auf der Dachterrasse und schürten den Grill an. Nach und nach trudelten die restlichen Hostelgäste ein. Jeder hatte eine andere Beilage mitgebracht und wir hatten ein wirklich fürstliches Mahl im Kreise guter Freunde und netten neuen Bekanntschaften. Es wurde getrunken, gequatscht, sich über Weihnachtsbräuche und Reiserouten ausgetauscht. Leider glänzte der Schnee durch Abwesenheit, aber für uns war es ein rundum gelungenes Fest und ein toller Abend, der um 24 Uhr mit einem großen Feuerwerk gefeiert wurde.

Und zu unserer großen Überraschung hat uns sogar noch liebe Weihnachtspost aus der Heimat erreicht. Wie schön!

Kategorien Argentinien
Franzi

über

Mit dem RFD Reiseblog kann ich meine größte Leidenschaft - das Reisen, mit meinem liebsten Hobby - dem Schreiben, verbinden. Neue Sprachen erlernen und die exotischen Küchen aller Welt testen. Ich bin nämlich auch ein kleines Leckermaul und ein gutes Essen kann einen blöden Tag retten. Mein nächstes großes Ziel: mein Tauchschein!

0 Kommentare zu “Argentinische Weihnacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.