Mit der Fähre von Buenos Aires nach Colonia

Grundsätzlich ist es natürlich möglich von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento den Landweg zu nehmen. Wir haben uns jedoch für die Fähre und somit für den deutlich bequemeren und schnelleren Weg entschieden. Es gibt drei Fährunternehmen, die diese Strecke anbieten, so da wären Buquebus, Seacat und Colonia Express. Letztere ist mit Abstand die günstigste Variante, aus Erfahrungen von Freunden jedoch nicht unbedingt zu empfehlen. Colonia Express hat nur kleine und alte Fähren, die noch dazu häufig gnadenlos überbucht werden. Die Wahrscheinlichkeit auf der Überfahrt Seekrank zu werden beträgt annähernd 100%. Auch ist Colonia Express nicht sehr zuverlässig. Ganze Verbindungen werden für mehrere Tage oder gar Wochen gestrichen, weil die eingesetzten Boote nicht mehr fit genug sind und vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Unser Tipp: Finger weg von Colonia Express!

Zu Seacat können wir nicht viel sagen. Wenn man Pech hat, ist man dort wohl auch in einer kleinen Schüssel unterwegs.

Der Premiumanbieter ist definitiv Buquebus und dafür haben auch wir uns entschieden. Im Besitz der Firma befinden sich zehn verschiedene Fähren. Wir nahmen die schnelle Montagsmittagsfähre um 12:30 Uhr und sind mit der Silvia Ana L. übergesetzt. Diese hat Platz für 1.200 Passagiere und rund 240 Autos. Für unsere Tickets der Klasse Turista haben wir für die einfache Fahrt 1.100 Uruguayische Pesos pro Person bezahlt. Trotz Hochsaison (Anfang Januar) konnten wir unsere Tickets problemlos nur zwei Tage im Voraus direkt über die Internetseite von Buquebus buchen.

Buquebus hat im Nordosten von Buenos Aires im Stadtteil Puerto Madero ein eigenes äußerst modernes Fährterminal. Der Hafen selbst nennt sich Dársena Norte. Im Terminal erfolgen dann auch der Check-In und die Gepäckaufgabe. Alles analog zu einer Flugreise. Anschließend geht es durch eine kleine Sicherheitskontrolle zum Grenzübergang, bestehend aus zahlreichen parallel angeordneten Schaltern. In jedem Schalter sitzen zwei Grenzbeamte. Der erste – ein Argentinier – übernimmt die Ausreiseformalitäten. Nachdem er den Ausreisestempel in den Reisepass gedrückt hat, reicht er die Dokumente an seinen Kollegen aus Uruguay weiter, der direkt neben ihm sitzt. Dieser versieht den Reisepass mit dem offiziellen Einreisestempel und gibt ihn zurück. Gesamtdauer: 30 Sekunden.

Eine Viertelstunde vor Abfahrt ist Boarding. Durch die freie Platzwahl auf der Fähre bildet sich jedoch schon gut 45 Minuten vorher eine lange Schlange. Will man sich seinen Platz in Ruhe aussuchen, sollte man sich also in die Schlange stellen. Das Boarding selbst verläuft dann relativ flott.

Buquebus gibt auf den Tickets an, dass man zwei Stunden vor Abfahrt da sein soll. Dies halten wir für etwas übertrieben. Wir haben von der Ankunft im Terminal bis zum Gate inkl. Check-In, Gepäckaufgabe und Grenzübertritt 15 Minuten gebraucht. Wenn es sehr voll ist, kann es natürlich durchaus etwas länger dauern. Wer also auf Nummer sicher gehen will, ist eine Stunde vor Abfahrt da.

Die Überfahrt an sich ist sehr bequem und dauert lediglich eine Stunde (beachte: es gibt je nach Tageszeit auch deutlich langsamere Fähren). Die Fähre ist riesig, und liegt somit relativ ruhig im Wasser. An Bord gibt es Sitzreihen, die ähnlich wie in einem Flugzeug angeordnet sind, jedoch weitaus mehr Platz bieten. Außerdem findet man verschiedene kleine Snackstationen, wo man das übliche, leicht überteuerte Reiseessen kaufen kann, sowie einen großen Duty-Free Shop, der sich über zwei Ebenen erstreckt und von den mitreisenden Argentiniern gnadenlos leergekauft wird.

In Colonia angekommen holt man sein aufgegebenes Gepäck vom Band.

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