Montevideo – Stadt der Träumer

Montevideo. Was für ein Name. Montevideo. Die Hauptstadt Uruguays. Der Name klingt wie ein Versprechen. Vom Wind zerrauft, vom Wasser umschlossen, von der Sonne ausgeblichen. Eine Hafenstadt am Río de la Plata gelegen. Gänzlich ohne Eitelkeit. Großzügige Alleen, heruntergekommene Straßen und eine hässliche Uferpromenade. Immer im Schatten der großen Schwester Buenos Aires, dort drüben auf der anderen Seite.

Für die meisten Touristen gibt es nur zwei Gründe, Uruguay zu besuchen. Das historische Colonia del Sacramento und die weißen Strände an der Atlantikküste. Dem entspannten Montevideo, mit seinem einmaligen Mix aus Architektur und Kultur, bleibt oft nur der Status eines unfreiwilligen Zwischenstops.

Die raue Melancholie dieser Stadt ist jedoch liebenswert. Sie ist aufgeschlossen und freundlich Fremden gegenüber, jedoch äußerst misstrauisch gegenüber den Moden. Montevideo ist keine Stadt, die sich nach einem ausstreckt, um einen einzufangen. Genauso wie die Uruguayer hält sie sich zurück und gibt nur häppchenweise etwas von sich preis. Der Ruhm vergangener Zeiten scheint allgegenwärtig.

Der Tango, den Carlos Gardel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier sang, lebt bis heute weiter. Ganz anders als in Buenos Aires, wo er für die unzähligen Touristen regelrecht wiederbelebt wurde und nun in glamourösen Shows aufgeführt wird. Das entspräche nicht dem Stil Montevideos. Hier verzaubert der Tango wie in vergangenen Zeiten. Ehrlich und ungeschminkt. In einer kleinen Bar in der Altstadt tanzt ein altes Paar zwischen den Stühlen. In einer glanzlosen Seitenstraße packt ein Musiker sein Akkordeon aus und spielt einsam vor sich hin. Das ist Tango, wie er hier schon immer war und wahrscheinlich auch immer sein wird.

Wenn man an einem Sonntagnachmittag in Montevideo von der Plaza Independencia mit ihrer bronzenen Statue von José Gervasio Artigas, dem Gründungsvater Uruguays, und dem alles überragenden Wahrzeichen, dem Palacio Salvo, in die Ciudad Vieja, die Altstadt mit ihren prachtvollen aber schäbigen kleinen Gassen schlendert, stellt sich das friedliche Gefühl ein, dass die Gegenwart schöner ist mit dem Rost der Vergangenheit.

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