La Serena – Hafenstadt im Kleinen Norden

Im Januar und Februar, wenn in Chile die großen Sommerferien sind, zieht es hunderttausende Urlauber an die Küste. Einer der beliebtesten Ferienorte ist La Serena, das zusammen mit dem angrenzenden Coquimbo zu einem der größten Ballungsräume Chiles gehört. Die koloniale Altstadt, sowie die langen Sandstrände bilden das perfekte Feriendomizil zum Ausspannen und Baden.

So zumindest die Theorie. Nach Wochen im heißen und staubtrockenen Norden, sah ich mich in Gedanken schon am Strand liegen, Cocktails schlürfen und ab und an ins kühle Nass hüpfen um mich zu erfrischen. Endlich ans Meer.

Die ersten Tage spielte das Wetter leider nicht mit und bei unserem ersten Abstecher zum Meer blieb es dann auch. Der Strand ist weitläufig, aber heruntergekommen und völlig überfüllt mit wohlgenährten Chilenen, die den Ausdruck von zu viel Nähe anscheinend nicht kennen. Da wird das 2×2 Meter große Handtuch, für die 5 -köpfige Familie, auf einer 50×50 Zentimeter großen Fläche ausgebreitet. So kommt man halt schneller in Kontakt und es ist einfach netter so. Wer es mag. Und auch der Pazifik, der selbst nach einem wirklich heißen Sommer nur mit Temperaturen von ungefähr 15 Grad aufwarten kann, wirkt hier nicht sonderlich einladend.

Die allgegenwärtig zu scheinende Gefahr eines Tsunamis, erkennt man an den großen Warnschilder, die am Küstenstreifen der Stadt verteilt sind und einem genau anzeigen, ab wann man sich in theoretisch sicherem Gebiet befinden soll.

Die Innenstadt besticht dafür tatsächlich mit einem gewissen Charme. Mit Bäumen gesäumte Straßen, bezaubernde Plätze und ehrwürdige Steinkirchen. Was auf den ersten Blick Jahrhunderte alt wirkt, ist zum Großteil erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nach dem “Plan Serena” unter Präsident Gabriel González Videla entstanden.

Die Restaurantszene wurde von uns natürlich auch getestet, aber selbst die Empfehlungen konnten uns geschmacklich nicht völlig überzeugen.

Ein Pluspunkt La Serenas ist jedoch definitiv seine Umgebung, die einiges zu bieten hat. Nördlich befindet sich die Isla Damas, die eine von drei Inseln des Reserva Nacional Pingüino de Humboldt ist. Wie der Name es schon verrät, beherbergt sie eine der größten Pinguin-Kolonien der Welt. Östlich von La Serena befindet sich das Valle del Elqui. Ein fruchtbares Tal, in dessen Herzen der Ort Pisco Elqui liegt, der als Hauptanbaugebiet des chilenischen Nationalgetränks dient. Verbunden mit einer kleinen Pisco-Verkostung auf jeden Fall einen Tagesausflug wert. Wer nachts die Hänge der umliegenden Berge erklimmt, kann einen einmaligen Blick auf den sternenklaren Nachthimmel genießen. Etwas weiter im Süden lockt der Parque Nacional Bosque Fray Jorge, mit einer einmaligen Pflanzen- und Tierwelt. Für diejenigen mit weniger Zeit, steht ein Ausflug nach Coquimbo auf der Liste der möglichen Aktivitäten. Ein Fahrrad gemietet und entlang der Küstenpromenade ins benachbarte Städtchen geradelt. Den Hafen besucht und den höchsten Berg der Stadt mit dem 92 Meter hohen Denkmal Cruz del Tercer Milenio besichtigt.

Kategorien Chile
Franzi

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Mit dem RFD Reiseblog kann ich meine größte Leidenschaft - das Reisen, mit meinem liebsten Hobby - dem Schreiben, verbinden. Neue Sprachen erlernen und die exotischen Küchen aller Welt testen. Ich bin nämlich auch ein kleines Leckermaul und ein gutes Essen kann einen blöden Tag retten. Mein nächstes großes Ziel: mein Tauchschein!

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