Sucre, die weiße Hauptstadt Boliviens

Sucre. Die weiße Stadt. Die Elegante. Erbaut von den Spaniern im verschwenderischen Colonialstil. Das Geld dafür stammte größtenteils aus dem Cerro Rico. Dem reichen Berg im 100 Kilometer entfernten Potosi. Sein Silberreichtum hat nicht nur die spanische Krone finanziert, sondern auch unzähligen Herrschaften ein stattliches Leben ermöglicht. Die haben sich natürlich nicht in Potosi niedergelassen, wo die Sklaven Tag und Nacht im Berg schuffteten, sondern im kultivierten, reichen Sucre, das wiederum zur Hauptstadt Boliviens aufgestiegen ist. Hier war also alles vereint, was Rang und Namen hatte. Und vor allem Geld. Auch die Kirche war mächtig, schließlich hat sie sich mit den Spaniern verbündet und kräftig am Silberrausch mitverdient. Und so standen die zwei bedeutendsten Einrichtungen der damaligen Zeit vereint über allem. Die katholische Kirche und die spanische Kolonialmacht.

Diese ereignisreiche Vergangenheit sieht man Sucre noch heute an. Als schönste Stadt Südamerikas wird sie oft angepriesen und diesem Ruf wird sie durchaus auch gerecht. Hübsch sieht sie aus. Mit ihren weißen Häusern, den unzähligen Kirchen und Klöstern. Den kleinen quadratisch angeordneten Straßen, die von vielen sympathischen Restaurants, Kneipen und Cafés gesäumt sind. Herausgeputzt hat sie sich. Vieles ist liebevoll restauriert und was doch ein wenig auseinander zu bröckeln droht, wird nach und nach ausgebessert und hübsch gemacht. Man merkt, dass den Leuten ihre Stadt am Herzen liegt. Und man merkt, dass sie hier stolz sind. Stolz auf ihre Stadt, auf die weiße Stadt.

Freundlich ist hier jeder. Nicht aufgesetzt freundlich, sondern ehrlich freundlich. Eigentlich wie überall in Bolivien, doch vielleicht sogar noch ein klein wenig mehr.

Ein weiterer Punkt, der sich bis heute nicht geändert hat. Sucre ist das Bildungszentrum Boliviens. Die älteste Universität des Landes befindet sich direkt am Plaza de Mayo. An jeder Ecke gibt es Schulen und Collegien. Abends schwärmen Studenten aus und beleben die Straßen. Die weiße Stadt ist also auch eine junge Stadt.

Ach ja. Eine Sache war da doch noch. Die Hauptstadt als Zentrum Boliviens. Davon ist leider nicht mehr ganz so viel übrig geblieben. Zwar ist Sucre nach wie vor die Hauptstadt Boliviens, diese Ehre steht ihr aber nur noch auf dem Papier zu. Nachdem die Kolonialmächte den reichen Berg in Potosi vollends ausgebeutet hatten, verlor die gesamte Region an Einfluss und Wichtigkeit. Es gab keinen Grund mehr, die Macht hier im schwer zugänglichen Sucre inmitten der Anden zu vereinen. Und deshalb ist nun die große Schwester La Paz das neue Zentrum Boliviens. Hier befindet sich auch der Regierungssitz.

Sucre jedoch bleibt auch weiterhin die Perle Boliviens.

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Processed with VSCOcam with hb1 preset

Kategorien Bolivien
Manuel

über

Ich bin Mitgründer von Clever Elements. Ich liebe es zu reisen und dort arbeiten zu können, wo andere Urlaub machen.

0 Kommentare zu “Sucre, die weiße Hauptstadt Boliviens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.