Arequipa – Zentrum des Südens

Arequipa wird als peruanisches Juwel gehandelt. Überall wird in den höchsten Tönen von der außergewöhnlichen Architektur – das historische Zentrum der Stadt ist seit 2000 Unesco Weltkulturerbe -, dem überaus leckeren Essen und der atemberaubenden Umgebung geschwärmt.

Wir konnten es gar nicht erwartenden, diese städtische Kostbarkeit zu erkunden.

Besonders die Nähe zum Colca Canyon, dem angeblich tiefsten Canyon der Welt, zieht viele Touristen in die Stadt. Auch wir sind hochmotiviert mal wieder Wandern zu gehen. Ich freue mich schon darauf, meinen kleinen Rucksack zu schultern und mit meinen Wanderstiefeln durch die staubige Erde zu stapfen.

Nach einer 12 stündigen Nachtbusfahrt in einem auf circa -5 Grad abgekühlten Bus, erreichten wir morgens um 7 Uhr endlich die gelobte Stadt. Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf ging es dann zur ersten kurzen Stadterkundung und Auslotung des kulinarischen Angebots.

Gegründet wurde Arequipa am 15. August 1540 vom spanischen Konquistator Diego de Almagro el Viejo unter dem wohlklingenden Namen Villa de Nuestra Senora de la Asuncion del Valle Hermoso de Arequipa. Kurz Arequipa. Ging schneller über die Lippen. Der Name der Stadt leitet sich mutmaßlich von dem Quechua-Ausspruch „Are quepay“ ab, der soviel bedeutet wie: Hier bleiben wir. Dies nämlich soll dem Inka Mayta Capac bei seiner im Tal des Río Chili im 13. Jahrhundert entfahren sein.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Arequipa zu einer der wichtigsten Handelsstädte zwischen der Küste und den Anden und bildet heute mit knapp 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Peru’s und stellt somit das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Südens dar.

Arequipa

Es ist schon dunkel als wir am bunt beleuchteten Plaza de Armas, einer eindrucksvollen Darstellung spanischer Baukunst, ankommen. Natürlich zieht er uns sofort in seinen Bann. Auch die Calle San Francisco mit seinem kolonialen Häuserzug versprüht einen gewissen Charme und bei jeder Kirche haben sie sich selbst übertroffen. Innerhalb der vier Blocks die wir vom Plaza de Armas zu unserem Hotel zurücklegen müssen zeigt die Stadt jedoch ihr wahres, authentisches Gesicht, das sich bei der Stadtrundfahrt am nächsten Tag bestätigt. Das Straßenbild ist geprägt von halbfertigen Häusern, rechteckigen Betonklötzen, mit Gittern vor jeder Öffnung. Alles wirkt lieblos hingeklatscht. Es fehlt an jeglicher Ästhetik oder dem Sinn für das Schöne. Nicht einmal Farbe als Mittel gegen das triste, eintönige Grau des Betons wurde verwendet. Nur hin und wieder wird die Gleichnis von greller Werbung unterbrochen, die hier auf dem Häuserwänden prangt.

Und auch unsere kulinarisches Eintauchen ist eine einzige, große Enttäuschung. Weder in einem hochpreisigen Restaurant noch in einer einfachen, urigen Pizzeria ist man in der Lage schmackhafte Speisen zuzubereiten.

Als wir dann nach ausführlicher Recherche herausfinden, dass wir für eine Wanderung im Cola Canyon nicht um eine fünf bis sechs stündige Minibusfahrt herumkommen, ist die Stimmung endgültig auf dem Tiefpunkt.

Wir beschließen unseren Aufenthalt abzukürzen, die Wanderung auslassen und treten bereits nach zwei Nächten die Weiterfahrt morgens um 05:30 Uhr nach Huacahina an. Während sich unser Bus den Weg aus der Stadt bahnt, geht die Sonne langsam auf und die weiße Stadt ist in einen Nebelschleier gehüllt. Alles wirkt etwas unwirklich und zum Abschluss zeigen sich die drei beeindruckenden Vulkane.

Mit diesem schönen Bild verabschiedet zu werden, versöhnt mich ein wenig mit Arequipa. Ich wende mein Gesicht ab und bin gespannt was Huacachina zu bieten hat.

Arequipa

 

Kategorien Peru
Franzi

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Mit dem RFD Reiseblog kann ich meine größte Leidenschaft - das Reisen, mit meinem liebsten Hobby - dem Schreiben, verbinden. Neue Sprachen erlernen und die exotischen Küchen aller Welt testen. Ich bin nämlich auch ein kleines Leckermaul und ein gutes Essen kann einen blöden Tag retten. Mein nächstes großes Ziel: mein Tauchschein!

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