Mindo – die Stadt im Nebelwald

Zwei Stunden westlich von Quito liegt Mindo. Ein kleines Dorf mit knapp 2.300 Einwohnern. Abseits der Hauptverkehrsstraße zwischen Quito und Esmeraldas, auf knapp 1.250 Metern Höhe, versteckt im Nebelwald.

Kurz nachdem wir Quito hinter uns gelassen haben, beginnt sich die Vegetation zu verändern und gewährt einen Ausblick auf das, was uns erwartet. Rechts und links vom Straßenrand schießen Bäume, Büsche und bunte Blumen aus dem Boden. Das Klima wird ganz klar subtropischer. Und natürlich fängt es kurz vor Mindo an zu regnen. Aber wer sich von sowas die Laune verderben lässt, ist schlecht beraten.

Wir haben uns diesmal für eine etwas bessere Unterkunft, etwas außerhalb des Zentrums von Mindo entschieden. Da wir leider keine genau Ankunftszeit benennen konnten, werden wir nicht von einem Hotelmitarbeiter abgeholt sondern müssen uns entscheiden die 1,2 km entweder per Taxi oder zu Fuß zurück zulegen. Nach fast 5 Stunden im Bus und ohne Taxi in Sicht, entscheiden wir uns für den Fußmarsch. Glücklicherweise tröpfelt es nur noch leicht und auf einem staubigen Weg geht es raus aus der Stadt. Dschungel light ist unser erster Gedanke, als wir über die matschigen Wege immer weiter rein in den Nebelwald stapfen. Ab und an taucht noch ein Hostel oder eine Cabaña Anlage auf, bald sind es jedoch nur noch wir und die Natur. Schön.

Mindo

Mindo ist das Zentrum des subtropischen Naturschutzgebietes Bosque Protector Mindo – Nambillo und liegt in etwa auf der Höhe der Äquatorlinie. Es umfasst eine Größe von etwa 19.200 Hektar und breitet sich  zwischen 1.400 bis 4.780 m Höhe aus. Ein Teil des Gebietes ist subtropischer Regenwald und zieht sich bis an die Westflanke des Vulkans Pichincha hin, den man von Quito aus besteigen kann. Die Choco-Bioregion, zu der er gehört, ist eine der artenreichsten der Welt. Das Naturreservat ist geprägt von hohen Bergen, tiefen Wäldern und klaren Flüssen mit zahlreichen Wasserfällen. Das Naturschutzgebiet verfügt über eine große Artenvielfalt, allen voran gibt es etwa 500 verschiedene Vogelspezies.

Durch das Waldschutzgebiet verläuft das Oleoducto de Crudos Pesados (OCP), die größte und modernste Erdöl-Pipeline Ecuadors. Denn wie in vielen südamerikanischen Ländern, regiert auch hier das Geld, das, wenn man es in hohen Mengen hat, alles ermöglicht. Selbst eine Ölpipeline durch ein Naturschutzgebiet.

Man kann in Mindo Zip-Lining machen, Downhill biken, mit aneinander gebundenen Reifen den Fluss bezwingen, eine berühmte Schmetterlingsfarm besuchen, in die Herstellung von Schokolade eingeführt werden, Vögel beobachten und verschiedenste Wanderungen unternehmen.

Mindo

Auch sonst hat Mindo sich ganz dem Tourismus verschrieben. Eine Vielzahl von Unterkünften jeder Preisklasse und etliche Restaurants prägen das Stadtbild. Alles ist hübsch hergerichtet und man fühlt sich hier sofort wohl. Ein definitives To-Do auf jeder Ecuadorreise. Ganz besonders wenn man den Weg in den Dschungel nicht schafft.

Kategorien Ecuador Südamerika
Franzi

über

Mit dem RFD Reiseblog kann ich meine größte Leidenschaft - das Reisen, mit meinem liebsten Hobby - dem Schreiben, verbinden. Neue Sprachen erlernen und die exotischen Küchen aller Welt testen. Ich bin nämlich auch ein kleines Leckermaul und ein gutes Essen kann einen blöden Tag retten. Mein nächstes großes Ziel: mein Tauchschein!

3 Kommentare zu “Mindo – die Stadt im Nebelwald

  1. Hi Franzi,

    sind gerade in Quito und bei der Recherche über den Nebelwald auf Euren Bericht gestossen, da wir uns das auch ansehen wollen. Wo habt Ihr übernachte? Wären sehr verbunden für weitere Infos über den Nebelwald in Mindo und was man dort an einem Tag ünternehmen kann.

    Wir planen von Quito mit dem Bus für einen Tagesausflug nach Mindo zu fahren. Ist das aus Eurer Erfahrung heraus realistisch?

    Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus für Eure Mühe.

    Otti & Wolfgang
    round the World
    http://www.owstravel.de

    • Franzi

      Hallo ihr beiden,

      also wir haben im Las Terrazas de Dana übernachten. Kann man grundsätzlich nur empfehlen, ist aber etwas außerhalb gelegen. Konkret ca. 20 Minuten zu Fuß vom Stadtkern entfernt. An sich keine unüberwindbare Distanz aber eher ein Schlamm-Schotter-Weg und im Dunkeln vielleicht nicht ganz so angenehm und ohne Taschenlampe nicht wirklich eine gute Idee. D.h. wir haben immer im hoteleigenen Restaurant gespeist und es waren für uns eher die ruhigeren Tage unserer Reise.
      Was zu empfehlen ist, ist der Santuario de Cascadas. Eine kleiner Wanderung, die einen je nach Lust und Laune an bis zu sieben Wasserfällen vorbeiführt. Wir haben uns, glaube ich vier oder fünf angeschaut und waren circa 4 Stunden unterwegs. Hier auf jeden Fall die Badehose und das Handtuch einpacken. Wenn man in Mindo ist am besten jemanden fragen der einen zum Startpunkt, der Tarabita fährt, da der Weg bis dahin sich doch sehr zieht und nur bergauf geht. Lieber dann zum Schluss runterlaufen. Die Tarabita ist übrigens eine Art Seilbahn die einen zur anderen Seite der Schlucht bringt, von wo man dann los wandern kann. Verlaufen kann man sich nicht, dafür sollte man aber nicht all zu spät aufbrechen, da die letzte Tarabita gegen 16 Uhr zurückfährt.
      Ansonsten ist in Mindo Ziplining ziemlich angesagt und es gibt eine Schmetterlingsfarm. Dazu gibt es aber keine persönlichen Erfahrungswerte. Ich persönlich würde immer eher die Wanderung bevorzugen, weil die Natur schon wirklich sehr schön ist. Hierfür braucht man aber natürlich eine gewisse Zeit und da ich nicht mehr weiß, wann genau der Erste Bus von Quito nach Mindo fährt und der Letzte zurück, tu ich mich schwer mit einer Empfehlung. Also nur um die Stadt zu besichtigen würde ich es nicht unbedingt machen. Dann lieber eine Nacht dort bleiben und auch etwas unternehmen.

      Ich hoffe ich konnte euch ein wenig weiterhelfen. Ganz viel Spaß noch auf eurer Reise.

      Liebe Grüße
      Franzi & Manuel

      • Hallo Franzi,

        danke für die umfangreiche Auskunft. Da wir nur einen Tag Zeit haben um den Nebelwald anzusehen schaffen wir das als Tagesausflug von Quito nicht.

        Euch eine gute Reise,

        LG
        Otti & Wolfgang

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