Wanderung zum Rumiñahui Vulkan

Rumiñahui bedeutet soviel wie Felsgesicht und stammt vom gleichnamigen Inka-Heerführer ab, der den Spaniern damals erheblichen Widerstand leistete. Der Rumiñahui ist ein nicht mehr aktiver, stark erodierter schroffer Vulkan, der direkt neben dem mächtigen Cotopaxi liegt. Obwohl stattliche 4.721 Meter hoch, wirkt er mit seinen drei Gipfeln eher so, als könnte man ihn leicht bezwingen. Das liegt wohl auch an der Tatsache, dass sich die Landschaft drumrum bereits auf 3.500 Metern befindet.

Von unserem Hostel Secret Garden Cotopaxi werden verschiedene Touren auf die umliegenden Berge angeboten. Und eine dieser Touren führt bis auf den mittleren Gipfel des Rumiñahui. Dieser Zentralgipfel ist immerhin noch 4.631 Meter hoch. Ich entschließe mich, den Berg zu erklimmen.

Pünktlich um 8:00 Uhr morgens nach einem ausgiebigen Frühstück, werden ich und drei Mitstreiter von unserem einheimischen Guide mit einem blauen Toyota Geländewagen abgeholt. Im Radio spielen lautstark die neusten südamerikanischen Hits und wir fahren über holprige Straßen, vorbei an tüchtigen Bauern und kauenden Kühen immer weiter Richtung Rumiñahui. Nach 20 Minuten biegen wir auf einen Privatweg, der nun unentwegt nach oben führt. Weitere 15 Minuten später – wir sind nun schon ein gutes Stück bis auf 3.900 Meter Höhe vorangekommen – halten wir vor einem verschlossenen Tor. Dahinter zahlreiche neugierige Kühe. Jetzt beginnt wohl der Fußmarsch.

Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

Wir satteln die Rucksäcke, zwängen uns durch das Tor, lassen die Kühe staunend zurück und folgen einem Weg entlang des markanten Rasenkamms. Langsam aber stetig, führt uns dieser Weg immer weiter nach oben und somit immer näher an den Felskopf des Zentralgipfels vom Rumiñahui. Der Wind peitscht mit atemberaubenden Tempo über die Gräser und es wird deutlich frischer. Wir gehen ein paar Meter weiter und im nächsten Augenblick ist es windstill und die Sonne brennt von oben. Ich bin ständig damit beschäftigt meine Jacke auf und zu zu machen und meine Mütze auf und ab zu setzen.

Wir umrunden den Rumiñahui immer weiter aufsteigend ungefähr bis zur Hälfte und erreichen dann auf dessen Rückseite, oberhalb eines großen, grünen Tals, in dem oft Kondore ihre Kreise drehen und den Aufwind nutzen, die Vegetationsgrenze. Bis hierher war es schon nicht ganz unanstrengend, was der enormen Höhe geschuldet ist. Selbst geradeaus laufen fällt einem hier manchmal nicht leicht. Leider ist der Himmel noch immer wolkenverhangen und so können wir nur ab und zu einen kurzen Blick auf den Cotopaxi erhaschen, der eigentlich die ganze Zeit neben und liegt. Anschließend verschwindet er wieder im grauen Dunst. Schade eigentlich, aber die Landschaft direkt um uns herum ist auch sehr sehenswert. Gelbliche hohe Gräser und dürre Sträucher. Richtig schön rau und immer dem Wind ausgesetzt.

Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

Jetzt folgt der richtig anstrengende Teil bis zum Gipfel des Rumiñahui. Der Weg führt nun steil über tiefen Lavasand. Nur im Zick-Zack können wir jetzt noch an Höhe gewinnen. Unsere Schuhe sinken ständig im Sand ein. Die letzten hundert Meter sind definitiv sehr ermüdend. Kurz vor dem Gipfel geht es in einer leichten Kraxelei über Felsen und glatte Wände bis ganz nach oben.

Geschafft. Der Zentralgipfels des Rumiñahui ist erklommen. Auch hier oben tobt der Wind pausenlos. Der Cotopaxi versteckt sich noch immer, aber dafür sieht man, wie Wolken über den Gipfel sausen und zwischendurch einen atemberaubenden Blick auf das umliegende grüne Tal freigeben. Wir stärken uns mit heißem süßen Tee und Sandwiches, bevor wir den Abstieg beginnen.

Ruminahui Vulkan

Runter macht der tiefe Lavasand eindeutig mehr Spaß. Gewicht nach hinten verlagern und loslaufen. Fühlt sich ein bisschen an wie Skifahren, nur ohne Ski. Anschließend laufen wir den gleichen Weg zurück, bis wir wieder bei den Kühen angekommen sind, die uns nach wie vor verwundert angucken.

Insgesamt sind wir gut fünf Stunden gelaufen und haben knapp 900 Höhenmeter überwunden. Ich jedenfalls bin ganz schön geschafft aber froh. Die Rumiñahui Wanderung kann ich jedem ans Herz legen, der einigermaßen fit und an die Höhe gewöhnt ist. Wenn man Glück hat, kann man wunderbar auf den Cotopaxi und die anderen umliegenden Vulkane blicken und Kondore beobachten. Sollte es wie bei uns bewölkt sein, gibt es trotzdem noch mehr als genug tolle Natur zu bestaunen.

Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

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Ruminahui Vulkan

Ruminahui Vulkan

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